Kaminfeuer geniessen ohne trockene Luft? So verbessern Sie Ihr Raumklima im Winter!

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Ein knisterndes Kaminfeuer an einem kalten Winterabend sorgt für Gemütlichkeit, Wärme und eine besondere Atmosphäre. Für viele ist es die Winterversion von Sommersonne und Sandstrand. Doch so angenehm das Feuer auch ist – es hat eine weniger sichtbare Kehrseite: Kaminöfen trocknen die Raumluft stark aus und können dadurch das Raumklima und die Luftqualität spürbar verschlechtern.
Gerade in den Wintermonaten, wenn zusätzlich geheizt wird und die Fenster seltener geöffnet sind, kann sich trockene Luft schnell negativ auf Wohlbefinden und Gesundheit auswirken.

Bild mit einem sofa vor einem kamin in dem ein feuer brennt. Trockene luft ist im raum.

Was passiert beim Heizen mit einem Kamin?

Beim Verbrennen von Holz wird in kurzer Zeit sehr viel Wärmeenergie freigesetzt. Diese Wärme erwärmt sowohl die Oberflächen im Raum als auch die Umgebungsluft. Ein Teil dieser Energie nehmen wir direkt als Strahlungswärme auf unserer Haut wahr, der andere Teil erhöht die Raumtemperatur.
Dabei kommt eine entscheidende physikalische Eigenschaft der Luft ins Spiel: Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern als kalte Luft.

Ein einfaches Beispiel:

Beträgt die Raumtemperatur 18 °C bei 40 % relativer Luftfeuchtigkeit und wird der Raum durch das Kaminfeuer auf 25 °C aufgeheizt, steigt zwar die Temperatur um 7 Grad – die absolute Wassermenge in der Luft bleibt jedoch gleich. Da warme Luft deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen könnte, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit.
Dieses Phänomen ist einer der Hauptgründe für trockene Luft im Winter – nicht nur bei Kaminen, sondern auch bei klassischen Heizsystemen. Man spricht hierbei von relativer Luftfeuchtigkeit, also dem Verhältnis zwischen vorhandener und maximal möglicher Feuchtigkeitsmenge in der Luft.

Warum trockene Luft für den Menschen problematisch ist

Der menschliche Körper fühlt sich bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 % am wohlsten. Sinkt die Luftfeuchtigkeit unter 40 %, beginnt die trockene Luft dem Körper Feuchtigkeit zu entziehen. Die Haut fängt an zu jucken, die Kehle ist gereizt und die Schleimhäute trocknen aus. Gerade die Schleimhäute spielen eine zentrale Rolle im Immunsystem. Sind sie ausgetrocknet, können sie Krankheitserreger schlechter abwehren.
Zu trockene Raumluft entsteht oft schleichend und wird nicht immer sofort erkannt.

Hier sind 5 Warnsignale die auf zu trockene Raumluft durch Heizen deuten können:

  1. Trockene oder gespannte Haut
    Die Haut verliert schneller Feuchtigkeit, wirkt schuppig oder beginnt zu jucken – besonders an Händen, Armen und im Gesicht.
  2. Reizungen von Nase, Hals und Augen
    Trockene Schleimhäute führen zu Kratzen im Hals, trockenen Augen oder häufigem Niesreiz.
  3. Erhöhte Infektanfälligkeit
    Ausgetrocknete Schleimhäute können Krankheitserreger schlechter abwehren. Erkältungen treten häufiger auf oder halten länger an.
  4. Statische Aufladung
    Knisternde Kleidung, kleine Stromschläge beim Berühren von Metall oder Textilien sind typische Anzeichen sehr trockener Luft.
  5. Risse in Holz und Möbeln
    Holzmöbel, Parkett oder Musikinstrumente zeigen feine Risse oder Verformungen – ein deutliches Zeichen für dauerhaft zu niedrige Luftfeuchtigkeit.

Zu trockene Luft ist offensichtlich nicht optimal, aber auch das andere Extrem ist problematisch: Eine Luftfeuchtigkeit über 60 % begünstigt das Wachstum von Schimmelpilzen und Milben. Diese können Atemwegsbeschwerden, Allergien und Asthma fördern. Ein ausgewogenes Raumklima ist daher entscheidend.

So bringen Sie das Raumklima trotz Kamin ins Gleichgewicht

Regelmässig richtig lüften
Lüften ist die einfachste und wirkungsvollste Massnahme, um die Luftqualität zu verbessern. Besonders bei offenen Kaminen oder Öfen ohne externe Frischluftzufuhr ist regelmässiges Lüften wichtig.
Es empfiehlt sich alle 2–3 Stunden Stoss zu lüften und die Fenster für gute 5 Minuten vollständig öffnen. Wenn möglich, Querlüften.
So wird verbrauchte Luft abgeführt und frischer Sauerstoff zugeführt. Gleichzeitig werden Schadstoffe wie Feinstaub oder Kohlenmonoxid reduziert, die bei der Holzverbrennung entstehen können.

Luftfeuchtigkeit gezielt erhöhen
Eine einfache Methode ist eine hitzeresistente Wasserschale auf oder neben dem Kamin. Die Wärme lässt das Wasser langsam verdunsten und erhöht die Luftfeuchtigkeit.
Wer die Luftfeuchtigkeit jedoch konstant und kontrolliert halten möchte, ist mit einem Luftbefeuchter besser beraten. Moderne Verdunster lassen sich auf einen Zielwert einstellen und halten die relative Luftfeuchtigkeit automatisch im optimalen Bereich – unabhängig davon, ob der Kamin gerade in Betrieb ist oder nicht. Dabei folgen sie dem gleichen Prinzip wie die Schale auf dem Kamin und sind dabei nicht zu hören. Der Einsatz eines Verdunsters ist besonders sinnvoll, da auch klassische Heizkörper im Winter die Luft austrocknen und so zu den gleichen Problematiken führen können wie der Kamin.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit überwachen

Ein stabiles Raumklima entsteht nur, wenn Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Blick behalten werden:

  • Optimale Raumtemperatur: 20–22 °C
  • Optimale Luftfeuchtigkeit: 40–60 %

Ein Thermometer hilft, Überhitzung zu vermeiden, während ein Hygrometer die relative Luftfeuchtigkeit misst. Besonders praktisch sind Kombigeräte, die beide Werte gleichzeitig anzeigen. Moderne Luftbefeuchter wie zum Beispiel der ecoQ HumidAir E900 verfügen über interne Messgeräte, die die Raumluft messen und sich gezielt ein- und ausschalten können. So bleibt die Raumluft auf einem stabilen gewählten Wert und das Gerät arbeitet energieeffizient.

Fazit: Kaminfeuer geniessen – ohne schlechtes Raumklima

Ein Kamin sorgt für wohlige Wärme, kann aber die Raumluft stark austrocknen. Trockene Luft beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Gesundheit. Mit regelmässigem Lüften, einer gezielten Befeuchtung der Raumluft und der Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit lässt sich das Raumklima jedoch wirksam stabilisieren. So geniessen Sie Ihr Kaminfeuer ohne negative Nebenwirkungen.