An einem heissen Sommertag fällt sofort auf: Unter einem grossen Baum ist es oft mehrere Grad kühler als auf einem freien Platz in der Sonne. Doch warum ist das so? Tatsächlich gehören Bäume zu den effektivsten natürlichen Klimaregulatoren und leisten einen wichtigen Beitrag für ein angenehmes Mikroklima – sowohl in Städten als auch im eigenen Garten.

Schatten reduziert die Aufheizung
Der offensichtlichste Effekt ist der vom Baum gespendete Schatten. Baumkronen fangen einen grossen Teil der Sonneneinstrahlung ab, bevor diese den Boden, Gebäude oder Asphalt erreicht. Dadurch heizen sich Oberflächen deutlich weniger auf, speichern und geben entsprechend weniger Wärme an die Umgebung ab. Besonders in Städten kann dieser Effekt die gefühlte Temperatur um mehrere Grad senken.
Verdunstung sorgt für natürliche Kühlung
Bäume kühlen ihre Umgebung jedoch nicht nur durch Schatten. Über ihre Blätter verdunstet kontinuierlich Wasser – ein Prozess, der als Transpiration bezeichnet wird. Für diese Verdunstung wird Wärmeenergie benötigt, die der Umgebung entzogen wird. Verdunstet Wasser, entsteht ein kühlender Effekt. Das Prinzip ist vergleichbar mit dem Schwitzen beim Menschen.
Ein ausgewachsener Baum kann an warmen Sommertagen mehrere hundert Liter Wasser verdunsten und dadurch seine unmittelbare Umgebung spürbar abkühlen. Die Transpiration wirkt beim Baum übrigens wie eine Art natürlicher Sog und hilft beim Transport von Wasser aus den Wurzeln in die Baumkrone.
Bessere Luftqualität und angenehmeres Raumklima
Neben der Kühlung verbessern Bäume auch die Luftqualität. Wie Luftreiniger filtern sie Feinstaub aus der Luft und produzieren dabei noch Sauerstoff (O₂) und binden Kohlendioxid (CO₂). Gleichzeitig erhöhen sie die Luftfeuchtigkeit leicht und reduzieren Windgeschwindigkeiten. Dadurch entsteht ein angenehmeres Klima, das besonders an heissen Sommertagen als deutlich komfortabler empfunden wird.
Bäume atmen auch
Bäume binden tagsüber CO₂ und bilden daraus Zucker. Über Nacht verbrauchen sie den gebildeten Zucker und atmen dabei auch wieder CO₂ aus. Über die Lebensspanne bindet ein Baum also etwa gleich viel Kohlendioxid, wie er auch wieder an die Umwelt abgibt. Dennoch sind Bäume während ihrer Lebensspanne enorme und natürliche CO₂-Speicher, da sie für ihr Wachstum viel Kohlendioxid aus der Atmosphäre in ihrer Struktur einbinden.
Zusammenfassend
Bäume sind weit mehr als nur Schattenspender. Durch Schatten, Verdunstung und die Verbesserung der Luftqualität wirken sie wie natürliche Klimaanlagen und tragen dazu bei, Hitzeinseln zu reduzieren. Gerade in dicht bebauten Gebieten können Bäume einen wichtigen Beitrag für ein angenehmeres Raumklima leisten und erhöhen gleichzeitig die Lebensqualität der Menschen.
