Hausstaubmilben im Wohnraum: Ursachen, Risiken und wirksame Massnahmen für ein gesundes Raumklima

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Hausstaubmilben gehören zu den häufigsten Auslösern von Allergien in Innenräumen. Sie leben unbemerkt in unseren Matratzen, Kissen, Teppichen und weiteren Staubfängern des Haushalts. Die winzigen Spinnentiere sind nur 0,1 bis 0,5 Millimeter gross und damit mit dem blossen Auge nicht erkennbar. Ihre wichtigste Nahrungsquelle: Hausstaub.

Bild einer milbenkolonie

Was genau steckt im Hausstaub?

Hausstaub besteht aus einem komplexen Mix biologischer und anorganischer Bestandteile. Dazu gehören:

  • synthetische und natürliche Fasern
  • Haare, Mineralien, Salze, Asche
  • Tierhaare und -schuppen
  • Pollen und Schimmelpilzsporen
  • Bakterien und Speisereste
  • Insektenreste und Ausscheidungen

In einem Gramm Staub können sich mehrere Hundert bis Tausende Milben ansiedeln. Für sie besonders interessant sind die Hautschuppen des Menschen. Eine erwachsene Person verliert täglich rund ein Gramm davon – und genau dieser Bestandteil dient den Mikroorganismen als Hauptnahrung.

Eine biologische Symbiose: Warum Milben Schimmelpilze brauchen

Hausstaubmilben können die fetthaltigen Hautschuppen nicht direkt verwerten. Sie sind auf eine Form der Symbiose mit Schimmelpilzen angewiesen. Eine Symbiose ist eine Art biologischer Handelsvertrag, bei dem die beteiligten Lebewesen eine Leistung erbringen und im Gegenzug vom Handelspartner auch eine Leistung bekommen. Der Deal zwischen den zwei Lebensformen ist:

  1. Schimmelpilze zersetzen die Hautschuppen und bilden dabei ebenfalls wichtige Vitamine.
  2. Milben nehmen die Pilze über ihren Darm auf, wo diese weiter wachsen.
  3. Da die Milben die Pilzsporen auch auf ihrem Körper tragen, verbreiten sie diese im gesamten Wohnraum.

Für beide Organismen entsteht eine klassische Win-Win-Situation: Die Pilze erhalten optimale Wachstumsbedingungen und verteilen sich durch Transport, und die Milben profitieren von der „Vorverdauung“ ihrer Nahrung.

Hausstaubmilben als Allergieauslöser

Rund 10 % der Bevölkerung und bis zu 90 % der Asthmatiker reagieren allergisch auf Hausstaubmilben oder die mit ihnen verwandten Vorratsmilben. Dabei stimmt die oft verwendete Aussage «allergisch auf Milben» nicht ganz, denn der eigentliche Auslöser ist nicht die Milbe selbst, sondern ihr Kot.

Eine einzelne Hausstaubmilbe produziert laut Helmholtz-Zentrum München rund 20 Kotkügelchen pro Tag. In einem Gramm Hausstaub können sich mehr als 250.000 dieser allergenen Partikel befinden. Sie verursachen typische Beschwerden wie:

  • Niesreiz
  • juckende Augen
  • Atemwegsbeschwerden
  • Schlafstörungen
  • asthmatische Symptome

Temperatur und Luftfeuchtigkeit: entscheidende Faktoren für Milbenpopulationen

Milben gedeihen besonders gut bei Temperaturen zwischen 25 und knapp 30 °C. Diese Werte sind für viele Wohnräume typisch – insbesondere Schlafzimmer, in denen Wärme und Körperfeuchtigkeit zusammenkommen. Der wichtigste Faktor ist hierbei die relative Luftfeuchtigkeit, denn sie atmen nicht wie wir, sondern regulieren ihren Wasserhaushalt direkt über ihre dünne Haut (aka. Kutikula) und besitzen keine separaten Atemöffnungen.

Optimal für Milben ist 75–80 % relative Luftfeuchtigkeit. Unter 60 % Luftfeuchtigkeit gestaltet sich das Überleben der Mikroorganismen schwierig und unter 50% relativer Luftfeuchtigkeit fangen sie an zu sterben.

Hausstaub selbst ist sehr trocken. Deshalb benötigen Hausstaubmilben eine zusätzliche feuchte Umgebung, um nicht auszutrocknen. Sinkt die Luftfeuchtigkeit dauerhaft unter die kritische Grenze, können sie kein atmosphärisches Wasser mehr aufnehmen, dehydrieren und sterben.

Parallelen zu Schimmelpilzen: Feuchtigkeit als gemeinsamer Risikofaktor

Zwischen den Hausstaubmilben und Schimmelpilzen bestehen nicht nur eine biologische Wechselwirkungen, sondern beide Lebewesen stellen auch ähnliche Anforderungen an das Raumklima:

  • Schimmelpilze benötigen in der Regel über 70 % relative Luftfeuchtigkeit.
  • Hausstaubmilben benötigen über 75 %.
  • Unter 50 % können weder Milben noch die meisten Schimmelarten überleben.

Die aktive Regulierung der Luftfeuchtigkeit ist daher eine der wirksamsten Präventionsmassnahmen gegen beide Problembereiche. Um die Luftfeuchtigkeit in Räumen wie Schlafzimmern permanent unter 60 % oder tiefer zu halten eignen sich Luftentfeuchter mit Hygrostat, die die Luftfeuchtigkeit sensorisch erfassen können, wie zum Beispiel der ecoQ DryAir 12L Essential.

Mit kontrolliertem Raumklima Milbenpopulationen wirksam reduzieren

Ein gesundes Raumklima ist einer der wichtigsten Faktoren zur Reduktion von Milben und ihren allergieauslösenden Partikeln. Regelmässige Reinigung und regelmässiges Lüften sind der erste Schritt zu gutem Raumklima. Wer seine Luftfeuchtigkeit präziser unter Kontrolle halten möchte, dem bietet sich der Einsatz eines Luftentfeuchters an. Denn ein Luftentfeuchter kann die relative Luftfeuchtigkeit der Raumluft präzise unter 50 % halten und so Milbenpopulationen deutlich verringern und gleichzeitig auch Schimmelpilzrisiken minimieren.

Übrigens

Wie Schimmelpilze entstehen, welche gesundheitlichen Auswirkungen sie haben und wie Sie sie wirksam vermeiden können, erfahren Sie in unserem ausführlichen Artikel zum Thema Schimmelpilze.