Optimale Luftfeuchtigkeit für Gitarren ist ein entscheidender Faktor, der beim Thema Instrument und Sound häufig unterschätzt wird. Viele Gitarristinnen und Gitarristen achten vor allem auf Saiten, Tonabnehmer oder Verstärker, doch auch das Raumklima spielt eine zentrale Rolle. Eine Gitarre interagiert nicht nur akustisch, sondern dauerhaft auch klimatisch mit ihrer Umgebung. Die Luftfeuchtigkeit der Raumluft, der das Instrument täglich ausgesetzt ist, beeinflusst das Erscheinungsbild, die Bespielbarkeit, die Klangentfaltung und langfristig auch die Lebensdauer der Gitarre erheblich.
Besonders betroffen ist das Holz des Instruments. Doch auch andere Bauteile wie Mechaniken, Bundstäbchen oder Elektronik können bei ungünstigen Feuchtigkeitsbedingungen durch Korrosion oder Materialermüdung Schaden nehmen. Ein stabiles Raumklima ist daher ein zentraler Faktor für den langfristigen Erhalt jeder Gitarre.

Was ist die optimale Luftfeuchtigkeit für Gitarren?
Gitarren fühlen sich – ähnlich wie wir Menschen – bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 50 % und einer Raumtemperatur von rund 20–22 °C am wohlsten. Entscheidend ist dabei der Begriff «relative Luftfeuchtigkeit»: Warme Luft kann deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen und halten als kalte Luft. Deshalb kann sich gerade zum Beispiel in den kalten Jahreszeiten, die Luftfeuchtigkeit der Aussenluft stark von der Innenluft unterscheiden.
Problematisch sind vor allem Schwankungen. Kurzfristige Abweichungen ober- oder unterhalb des optimalen Bereichs können bereits sichtbare Veränderungen am Instrument verursachen. Langfristig können daraus sogar irreparable Schäden entstehen.
Warum die Luftfeuchtigkeit Gitarren und ihren Klang direkt beeinflusst
Holz hat hygroskopische Eigenschaften. Das heisst, es kann Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben und dadurch auch seine Form verändern. Genau deshalb spielt die Luftfeuchtigkeit für Gitarren eine so zentrale Rolle. Akustische Gitarren besitzen beispielsweise einen grossen, hohlen Korpus mit Holzstärken von oft nur wenigen Millimetern. Dieses Verhältnis von grosser Oberfläche zu geringer Materialmasse macht sie besonders anfällig für Feuchtigkeitsschwankungen und die damit verbundenen Bewegungen des Materials.
Auch E-Gitarren sind nicht immun: Zwar ist der Korpus massiver, doch Hals, Griffbrett und Bundstäbchen reagieren ebenfalls empfindlich auf klimatische Veränderungen. Hochwertige Instrumente reagieren dabei oft noch sensibler, da sie aus fein selektierten Hölzern bestehen und mit dünneren Lackschichten versehen sind, um die Klangentfaltung zu optimieren.
Akute Anzeichen und Auswirkungen bei zu hoher Luftfeuchtigkeit:
- Das Holz nimmt Feuchtigkeit auf und quillt.
- Der Korpus wölbt sich sichtbar nach aussen.
- Der Klang wirkt weniger offen, oft dumpfer oder komprimiert.
- Die Saitenlage verändert sich, da sich der Hals-Korpus-Winkel verschiebt.
Als langfristige Folgen können sich Leimstellen lösen und starke Wölbungen können vor oder hinter der Brücke entstehen. Dadurch kann sich die Brücke teilweise oder vollständig vom Korpus ablösen. Auch kann sich im Inneren des Korpus Schimmel bilden, der Holz und Klang dauerhaft schädigt.
Was bedeutet zu niedrige Luftfeuchtigkeit für Gitarren?
- Der Korpus wölbt sich konkav nach innen.
- Bundenden fühlen sich scharfkantig an, da sich das Griffbrett zusammenzieht.
- Die Saitenlage sinkt, Saiten beginnen zu schnarren.
Langfristige Schäden sind Risse im Korpus, häufig vom Rand in Richtung Brücke und Ablösung oder sogar Abreissen der Brücke. Auch Griffbrett-Inlays können sich lösen oder hervorstehen. Solche Schäden sind oft kostspielig zu reparieren oder teils gar nicht mehr vollständig reversibel.
Wie lässt sich die Luftfeuchtigkeit im Musikraum messen?
Die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit ist unkompliziert. Ein Hygrometer wie der Croco Hygrometer von ecofort kann einfach überall platziert werden, misst zuverlässig die relative Luftfeuchtigkeit, wie auch die Temperatur und ist bereits für wenig Geld erhältlich. Idealerweise wird es sichtbar im Raum platziert, in dem die Gitarre gelagert oder gespielt wird. So lassen sich problematische Schwankungen frühzeitig erkennen.
Wie schützt ein Luftentfeuchter Gitarren vor Schimmel?
Das Raumklima in Mitteleuropa ist stark jahreszeitlich geprägt. Im Sommer führen hohe Temperaturen oft zu hoher Luftfeuchtigkeit. Im Winter kann die Luft durch die tiefen Temperaturen weniger Feuchtigkeit binden und durchs Heizen sinkt die Luftfeuchtigkeit noch einmal deutlich ab. Bereits einfache Massnahmen helfen:
- Gitarren nicht über oder neben Heizkörpern platzieren
- Instrumente nicht direkt auf Fussbodenheizungen lagern
- Abstand zu Aussenwänden halten
- Gitarren bei längerer Nichtbenutzung im Koffer aufbewahren
Für eine nachhaltige Lösung empfiehlt sich jedoch eine aktive Klimaregulierung. Im Sommer senkt ein Luftentfeuchter zu hohe Luftfeuchtigkeit und schützt Holz, Elektronik und sogar die Bausubstanz. Im Winter verhindert ein Luftbefeuchter das Austrocknen der Raumluft, des Holzes und weiterer Materialien.
Fazit: Stabile Luftfeuchtigkeit für Gitarren ist entscheidend
Die optimale Luftfeuchtigkeit für Gitarren ist ein entscheidender Faktor für Klang, Spielkomfort und langfristigen Werterhalt. Wer sein Instrument nachhaltig schützen möchte, sollte die relative Luftfeuchtigkeit im Musikraum konsequent im empfohlenen Bereich von 40–50 % halten. Mit einem Hygrometer und einer gezielten Regulierung durch Luftentfeuchter oder Luftbefeuchter lassen sich klimabedingte Schäden wirksam vermeiden – und die Freude am Instrument bleibt dauerhaft erhalten.
